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Finde mir die Gefühle

Finde mir die Gefühle
und nichts geringer, denn Gefühle
sind dem Sinn notwendig,
ohne sie kann er nicht überstehen.
Dieser Honig, der meiner Seele erweicht
ist was ich brauche,
um Dir nahe zu sein.

Du, schon so schwach in meinen Armen, fühlst dich tiefer in den Abgrund gleiten,
langsam und unaufhaltsam, eingerieselt
vom Sand aller Ewigkeiten.

Ich sage dir, dass wir einander
noch verzeihen können. Erinnere dich,
wie du, bevor wir uns trafen,
schon an mich gedacht hast
und träumtest, mir eines Tages
dein Herz zu schenken.

Höre auf die Worte: aufgeben, fallen und vergessen.
Vergiesse die letzten Tränen ohne Wiederkehr.
Sag Lilien, Licht, ein Flug
von weißen Vögeln über die Wolken,
das Leuchten am Himmel. Sag Herbst
trotz dem Blau deiner Augen. Fühle
die Morgendämmerung in deiner Kehle,
den Honig zwischen unseren Schatten,
kurz vor dem Absturz.

Ich wollte fort, so ging ich
mit einem Fremden. Er war verheiratet.
Wir berührten uns, nur um zu beweisen,
dass wir immer noch hier waren.
Ich sah wie der Regen
durch die zerbrochenen Fenster sickerte.
Und als ich nach Haus kam, schrubbte ich mich sauber,
fiel auf mein Bett wie eine Fackel und fühlte
die Flammen durch meinen Körper brennen
bis der Himmel blutete.

 

Scharlie Meeuws
scharliem@yahoo.co.uk